So startet ihr entspannt in die Hochzeitsplanung.

Ihr seid verlobt. Herzlichen Glückwunsch! 💍

Vielleicht habt ihr gerade erst angestossen, euren Familien die Neuigkeit erzählt und ungefähr 47-mal auf den Ring geschaut.

Und dann kommt irgendwann dieser Gedanke:

Wir heiraten. Und was müssen wir jetzt eigentlich machen?

Location suchen? Gästeliste schreiben? Pinterest Board erstellen? Ein Datum festlegen? Fotografen anfragen? Oder doch zuerst überlegen, wie viel eine Hochzeit überhaupt kosten darf?

Die gute Nachricht: Ihr müsst nach eurer Verlobung nicht sofort mit einer perfekt organisierten Excel-Liste am Küchentisch sitzen.

Ihr dürft diesen Moment erst einmal geniessen.

Allzu lange mit der Hochzeitsplanung warten würde ich allerdings auch nicht unbedingt.

Denn nicht jedes Paar möchte zwei Jahre verlobt sein. Vielleicht habt ihr euch im Frühling verlobt und möchtet bereits im Herbst heiraten. Oder ihr wisst jetzt schon, dass eure Hochzeit nächsten Sommer stattfinden soll.

Je kürzer euer Planungshorizont ist, desto früher solltet ihr euch um die wichtigsten Eckpunkte kümmern.

Viele gefragte Hochzeitslocations und Dienstleistende werden rund ein Jahr im Voraus gebucht. Besonders beliebte Locations können an begehrten Samstagen auch eineinhalb bis zwei Jahre vorher vergeben sein.

Das bedeutet nicht, dass eine Hochzeit innerhalb weniger Monate unmöglich ist. Ihr müsst dann einfach flexibler sein, beispielsweise beim Datum, bei der Location oder bei der Auswahl der Dienstleistenden.

Die Verlobung geniessen und gleichzeitig langsam mit der Planung beginnen schliesst sich also überhaupt nicht aus.

Doch womit beginnt man?

Diese ersten Schritte helfen euch dabei, eure Hochzeit strukturiert zu planen, ohne bereits in den ersten Wochen zwischen Gästelisten, Pinterest Boards und Cateringofferten den Überblick zu verlieren.

1. Geniesst eure Verlobung

Auch wenn ihr relativ bald mit der Hochzeitsplanung starten möchtet, darf dieser Punkt zuerst kommen.

Eine Verlobung ist nicht einfach der Startschuss für ein neues Projekt. Sie ist ein ziemlich besonderer Moment in eurer Beziehung.

Feiert ihn.

Stosst mit euren Familien an. Verbringt ein Wochenende zu zweit. Geht schön essen. Oder sitzt einfach gemeinsam auf dem Sofa und stellt immer wieder fest, dass ihr jetzt tatsächlich verlobt seid.

Denn schneller als gedacht wird aus:

„Wir heiraten!“

irgendwann

„Hast du eigentlich schon die Offerte vom Catering angeschaut?“

Ihr müsst also nicht am Abend des Heiratsantrags eure erste Location anschreiben.

Aber wenn ihr innerhalb der nächsten ein bis eineinhalb Jahre heiraten möchtet, würde ich auch nicht mehrere Monate warten, bevor ihr euch mit den ersten wichtigen Fragen beschäftigt.

2. Erzählt zuerst euren wichtigsten Menschen davon

Bevor der Ring auf Instagram landet, lohnt sich eine kurze Überlegung:

Wer sollte die Nachricht direkt von uns erfahren?

Eltern, Geschwister, Grosseltern sowie enge Freundinnen und Freunde freuen sich wahrscheinlich, wenn sie nicht beim morgendlichen Scrollen erfahren, dass ihr heiratet.

Wie ihr eure Verlobung anschliessend bekannt gebt, ist natürlich euch überlassen.

Vielleicht möchtet ihr ein schönes Foto teilen. Vielleicht organisiert ihr eine kleine Verlobungsfeier. Vielleicht erzählt ihr es einfach nach und nach den Menschen, die euch wichtig sind.

Und vielleicht möchtet ihr die Neuigkeit auch erst einmal ein paar Tage nur für euch behalten.

Auch das ist völlig in Ordnung.

Verlobung Hochzeit

3. Sprecht darüber, wie eure Hochzeit sein soll

Noch keine Farben.

Noch keine Blumen.

Und bitte auch noch keine Diskussion darüber, ob die Servietten beige oder greige sein sollen.

Beginnt eine Ebene darüber.

Wie möchtet ihr eigentlich heiraten?

Gross oder klein? Elegant oder unkompliziert? Eine lange Sommernacht mit allen Menschen, die euch wichtig sind? Ein entspanntes Fest auf dem Land? Eine urbane Hochzeit in Bern? Freie Trauung, Kirche oder Ziviltrauung? Ein ganzer Hochzeitstag oder vielleicht sogar ein Hochzeitswochenende?

Ihr müsst noch kein fertiges Hochzeitskonzept entwickeln.

Versucht vielmehr herauszufinden, welches Gefühl eure Hochzeit haben soll.

Eine schöne Übung dafür:

Nennt unabhängig voneinander jeweils drei Dinge, die euch für eure Hochzeit besonders wichtig sind.

Vielleicht schreibt eine Person:

  • gutes Essen
  • entspannte Stimmung
  • richtig gute Party

Und die andere:

  • persönliche Trauung
  • schöne Location
  • viel Zeit mit unseren Gästen

Schon habt ihr sechs ziemlich hilfreiche Anhaltspunkte für eure weitere Hochzeitsplanung.

Und vielleicht stellt ihr dabei fest, dass euch dieselben Dinge wichtig sind.

Oder eben nicht.

Beides ist hilfreich zu wissen, bevor ihr die ersten grossen Entscheidungen trefft.

4. Klärt euer Hochzeitsbudget

Nicht besonders romantisch.

Aber unglaublich wichtig.

Bevor ihr Locations besichtigt oder Dienstleistende anfragt, solltet ihr ungefähr wissen, welchen finanziellen Rahmen eure Hochzeit haben darf.

Dabei geht es noch nicht darum, sofort jeden einzelnen Budgetposten festzulegen.

Zuerst braucht ihr eine Grössenordnung.

Wie viel möchtet und könnt ihr selbst für eure Hochzeit ausgeben? Unterstützen euch eure Familien finanziell? Falls ja, mit welchem Betrag? Und fühlt sich diese Summe für euch beide gut an?

Ein gut geplantes Hochzeitsbudget hilft euch anschliessend dabei, Prioritäten zu setzen und herauszufinden, welche Wünsche sich innerhalb eures finanziellen Rahmens miteinander vereinbaren lassen.

Denn kaum ein Paar möchte für jeden Bereich seiner Hochzeit gleich viel ausgeben.

Wenn euch gutes Essen besonders wichtig ist, darf das einen grösseren Teil eures Budgets beanspruchen.

Wenn ihr seit Jahren von einer bestimmten Band träumt, dafür aber problemlos auf Gastgeschenke verzichten könnt, genauso.

Euer Budget soll euch nicht bei jeder Entscheidung einschränken.

Es soll euch helfen, die richtigen Entscheidungen für eure Hochzeit zu treffen.

5. Erstellt eine erste Gästeliste

Die Gästeliste gehört relativ früh auf eure To-do-Liste.

Denn ob ihr mit 45, 90 oder 150 Menschen feiern möchtet, beeinflusst fast alles Weitere.

Nicht nur die Grösse eurer Hochzeitslocation, sondern beispielsweise auch Cateringkosten, Papeterie, Mobiliar, Transport und damit natürlich euer Budget.

Schreibt deshalb zunächst alle Menschen auf, die ihr grundsätzlich gerne dabeihättet.

Danach könnt ihr eure Liste beispielsweise unterteilen in:

A: Diese Menschen möchten wir unbedingt dabeihaben.

B: Diese Menschen würden wir sehr gerne einladen.

C: Diese Menschen laden wir ein, wenn Location und Budget es zulassen.

Das klingt vielleicht etwas nüchtern.

Es kann euch aber helfen, einen ersten realistischen Rahmen zu bekommen, ohne bereits über jeden einzelnen Namen eine Grundsatzdiskussion führen zu müssen.

Die Gästeliste muss zu diesem Zeitpunkt noch nicht definitiv sein.

Ob ihr ungefähr 60, 100 oder 150 Gäste erwartet, solltet ihr aber wissen.

6. Definiert eure Prioritäten, bevor ihr das Datum festlegt

Jetzt wird es spannend.

Denn häufig hört man den Tipp:

„Sucht zuerst eure Hochzeitslocation und legt dann das Datum fest.“

Das kann absolut sinnvoll sein.

Muss aber nicht.

Vielleicht träumt ihr schon lange von einer ganz bestimmten Location und würdet euer Hochzeitsdatum jederzeit nach deren Verfügbarkeit richten.

Vielleicht ist euch aber euer Fotograf viel wichtiger. Ihr wisst seit Jahren, wer eure Hochzeit fotografieren soll, und möchtet zuerst wissen, an welchen Samstagen diese Person überhaupt noch verfügbar ist.

Vielleicht möchtet ihr unbedingt eine bestimmte Band, eine Traurednerin oder einen anderen Dienstleistenden dabeihaben.

Oder der 20. Juni hat für euch eine persönliche Bedeutung und genau dieses Datum steht deshalb fest.

Es gibt keine Regel, wonach die Location automatisch die wichtigste Entscheidung sein muss.

Fragt euch stattdessen:

Was wäre für uns am schwierigsten zu ersetzen?

Genau dort würde ich zuerst die Verfügbarkeit prüfen.

Wenn ihr keine solche klare Priorität habt, bleibt zunächst bei einem Zeitraum.

Zum Beispiel:

Mai bis Juni 2027, bevorzugt Samstag.

Oder:

Spätsommer 2027, Freitag oder Samstag.

Damit habt ihr bei der Suche nach Location und Dienstleistenden deutlich mehr Möglichkeiten, als wenn von Anfang an nur ein einziges Datum infrage kommt.

Hochzeitsplanung

7. Sammelt Inspiration, aber mit etwas System

Jetzt dürft ihr Pinterest öffnen.

Aber mit einer kleinen Warnung.

Wenn ihr einfach alles speichert, was euch irgendwie gefällt, habt ihr irgendwann 300 wunderschöne Bilder und trotzdem keine Ahnung, wie eure Hochzeit aussehen soll.

Nutzt Pinterest und Instagram deshalb zunächst eher, um herauszufinden, was euch wiederholt anspricht.

Welche Farben tauchen immer wieder auf?

Welche Locations speichert ihr?

Welche Art von Tischdekoration gefällt euch?

Mögt ihr moderne, klare Hochzeiten oder eher üppige, verspielte Konzepte?

Speichert zunächst ruhig grosszügig.

Schaut euch euer Moodboard nach einigen Wochen noch einmal gemeinsam an und löscht alles, was plötzlich nicht mehr richtig passt.

Nach und nach wird ein roter Faden sichtbar.

Und genau darum geht es.

8. Überlegt euch, wie ihr eure Hochzeit planen möchtet

Dieser Punkt wird oft erst viel später gestellt.

Dabei lohnt er sich ziemlich früh.

Wie viel möchtet ihr selbst planen?

Vielleicht liebt ihr Organisation, habt Freude daran, Locations zu recherchieren und könnt es kaum erwarten, Offerten miteinander zu vergleichen.

Perfekt.

Vielleicht merkt ihr aber schon nach den ersten Abenden auf Google, dass ihr zwar viele Ideen habt, euch die Vorstellung von monatelanger Organisation aber eher stresst.

Auch das ist völlig normal.

Ihr könnt eure Hochzeit komplett selbst planen, euch punktuell Unterstützung holen oder einen Hochzeitsplaner mit der gesamten Planung beauftragen.

Und natürlich gibt es viele Zwischenformen.

Wenn ihr grundsätzlich über die Zusammenarbeit mit einem Hochzeitsplaner nachdenkt, lohnt es sich, dieses Gespräch eher früh zu führen.

Denn gerade am Anfang werden Entscheidungen getroffen, die später vieles beeinflussen: Budget, Gästezahl, Location, Dienstleistende und nicht zuletzt die Frage, wie viel Zeit ihr selbst in die Planung investieren möchtet.

9. Startet mit den ersten grossen Buchungen

Jetzt habt ihr eine ziemlich gute Basis.

Ihr wisst ungefähr:

  • wie ihr heiraten möchtet
  • was euch besonders wichtig ist
  • welchen finanziellen Rahmen ihr habt
  • wie viele Gäste ihr erwartet
  • wann ungefähr ihr heiraten möchtet

Jetzt könnt ihr die ersten konkreten Anfragen versenden.

Welche Buchung dabei zuerst kommt, hängt wieder von euren persönlichen Prioritäten ab.

Für viele Paare ist die Hochzeitslocation einer der ersten grossen Schritte. Gerade sie beeinflusst viele weitere Entscheidungen, vom Tagesablauf über das Hochzeitskonzept und die Logistik bis zur Auswahl der passenden Dienstleistenden.

Wenn ihr gerade an diesem Punkt seid, findet ihr in meinem Beitrag „Die perfekte Hochzeitslocation finden: 8 Fragen, die ihr euch vor der Buchung stellen solltet“ eine ausführliche Hilfestellung für eure Locationsuche.

Vielleicht steht eure Location aber bereits fest und ihr möchtet als Nächstes Fotografin, Videograf, Catering, Floristik, Musik oder Traurednerin anfragen.

Auch hier gilt:

Beginnt mit den Dingen, die für euch besonders wichtig und zeitkritisch sind.

Nicht mit denen, die auf irgendeiner Hochzeitscheckliste zufällig ganz oben stehen.

10. Und dann? Schritt für Schritt.

Sobald die ersten grossen Eckpunkte stehen, wird eure Hochzeitsplanung konkreter.

Jetzt könnt ihr Save-the-Date-Karten planen, eure Hochzeitswebsite aufsetzen, weitere Dienstleistende anfragen und euch nach und nach um all die Dinge kümmern, aus denen später euer Hochzeitstag entsteht.

Aber auch dann müsst ihr nicht alles gleichzeitig erledigen.

Eine Hochzeit besteht aus unglaublich vielen Entscheidungen.

Die Kunst liegt nicht darin, möglichst schnell alle abzuhaken.

Sondern darin, sie in einer Reihenfolge zu treffen, die für eure Hochzeit Sinn ergibt.

Verlobt und jetzt? Ihr müsst noch nicht alles wissen.

Vielleicht ist das der wichtigste Punkt dieses ganzen Beitrags.

Ihr müsst zwei Wochen nach eurem Heiratsantrag noch nicht wissen, welche Blumen auf euren Tischen stehen werden.

Ihr braucht noch keine Playlist.

Keine Hochzeitstorte.

Und ganz bestimmt noch keinen detaillierten Ablaufplan.

Was ihr am Anfang braucht, ist eine gute Basis:

Wie möchten wir heiraten? Wer soll dabei sein? Was möchten wir ausgeben? Wann ungefähr soll unsere Hochzeit stattfinden? Was ist uns besonders wichtig? Und wie möchten wir die Zeit bis dahin erleben?

Wenn diese Fragen geklärt sind, wird vieles, was danach kommt, automatisch einfacher.

Und genau darin liegt für mich eine entspannte Hochzeitsplanung.

Nicht alles möglichst früh zu entscheiden.

Sondern zu wissen, was als Nächstes wirklich wichtig ist.

Ihr wünscht euch Unterstützung?

Wenn ihr eure Hochzeit im Kanton Bern plant und euch dabei Unterstützung wünscht, begleite ich euch als Hochzeitsplanerin gerne von den ersten Ideen bis zum Hochzeitstag. Gemeinsam bringen wir Struktur in eure Vorstellungen, setzen die richtigen Prioritäten und entwickeln daraus Schritt für Schritt eine Hochzeit, die wirklich zu euch passt.